auf der flucht


Donnerstag Abend, ich gehe mit einer Freundin, die vor kurzem Geburtstag hatte, auf ein Glas Wein ins Wein & Co. Unser Ziel: Einen Tisch zu bekommen, insofern habe ich mich natürlich nicht um die anwesenden Menschen gekümmert. Bis mir meine Freundin sagte, du, der da schaut so komisch. Na ganz toll: Der Freund meines Exfreundes, ok es gibt Schlimmeres, immerhin war er der Netteste seiner Freunde. Kurz smalltalk mit ihm und der Frauenabend kann fortgesetzt werden.

Falsch gedacht... denn auf einmal ein aufgesetzes Grinsen auf den Lippen meiner Freundin... ein Bekannter in Begleitung von zwei Frauen steuert auf unseren Tisch zu....wieder smalltalk und natürlich können sie sich zu uns setzen und ja wir freuen uns auch auf seinen Freund X, der in Begleitung von drei Frauen in Kürze kommt...welch ein Zufall alles und wie toll... blabla. Freund X ließ nicht lange auf sich warten... bussi, bussi blabla... es war recht nett bis seine dritte weibliche Begleitung kam und sie einen ganz tollen, großen Tisch am anderen Ende des Lokals gesehen hatte und uns zum Umzug aufforderte. Für uns war alles noch ok, solange die Menschen einfach nur mehr wurden, dann allerdings auch noch zum Umzug genötigt zu werden, drückte gehörig auf unsere Laune. Überhaupt - warum sollen wir mit Menschen, die sich nicht mal vorstellen an einem Tisch sitzen und eigentlich wollten wir einen netten Frauenabend mit tiefgründigen Gesprächen haben. Besonders ärgerten wir uns über uns selber, denn wir hätten einfach an unserem Tisch sitzen bleiben können. Unsere Einsicht kam zu spät und deshalb haben wir uns dann einfach mit dem Argument, dass wir sehr früh auf müssen, verabschiedet.

Wir fuhren nicht nach Hause, sondern in meine Lieblingsbar im 6. Bezirk - eine Bar, in die man nur mit besten Freunden geht, denn dort sind eigentlich Menschen, die mit ihrer Begleitung beschäftigt sind.
Wir endlich dort, mit unserem Cocktail und endlich Ruhe und Zeit für uns. Wieder falsch gedacht. Mister Tirol neben uns wollte Kommunikation. Kurz smalltalk sollte doch reichen, aber nein, er musste labern u.a. dass er stolz darauf ist Tiroler zu sein. Auf solche Aussagen steh ich sehr, insofern hatte er mich geködert und die Diskussion bzw. Auseinandersetzung fing an. Wer bitte will Donnerstag Nacht um 1 Uhr das Statement hören: Ich bin Schwarzer (politisch orientiert). Ich mal fix nicht. In Summe hatte aber er mehr Probleme mit mir als ich mit ihm. Einerseits sprach ich ihm zu schnell und dann zeigte er auch noch so ein Verhalten, das für uns so gar nicht einordenbar war. Mund halb offen, Zunge seitlich etwas rausstehend und ins Nirvana schauend... In dem Moment hatte ich wirklich Angst, dass er jetzt umkippt und stirbt. Würde mir noch fehlen, dass ein Mann stirbt, nur weil ich nicht das sage, was er gerne hören würde. Da meine Freundin ähnliche Ängste hatte, hieß es einfach wieder Flucht... und nun bin ich zuhause und kann nur sagen: Witzig aber sehr schräg irgendwie... es gibt schon sehr seltsame Menschen...


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